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2008 Mexikanische Spiele Drucken

Mexikanische Spiele


Spielzeug bei den alten Azteken in MexicoAuf den Märkten Mexikos finden wir heute kunsthandwerklich geschickt gemachte, hübsche und unterhaltsame Spielzeuge für Kinder aus Holz und Blech, meist Spiele, die schon in der Kolonialzeit und im 19. Jahrhundert Kinder erfreuten .... doch womit spielten eigentlich die Azteken- und Mayakinder ? Wir wissen wenig darüber, womit Kinder im vorspanischen Amerika gespielt haben mögen, doch es gibt Hinweise.

Archäologen haben im Staat Veracruz bei Ausgrabungen kleine, aus orangefarbigem Ton gebrannte Tierfiguren auf Rädern gefunden und gehen davon aus, dass es sich dabei um Spielzeugtiere für Kinder gehandelt haben muss. Solche Figuren auf Rädern gibt es mit Darstellungen von Hunden und Jaguaren, manche haben sogar ein Mundstück und können außer zum Nachziehen auch als Pfeifen benutzt werden. Der abgebildete Jaguar ist eine Nachbildungen dieser Spielzeuge, die seit November in der Abteilung "Technisches Spielzeug" des Deutschen Museums ausgestellt sind.

Diese Objekte zeigen uns über den spielerischen Zweck hinaus noch etwas sehr wichtiges, nämlich dass den vorspanischen Völkern das Rad und seine Verwendung durchaus bekannt waren. Doch im bergigen Gelände und ohne Zugtiere gab es keine praktischen Anwendungen für das Rad an Wagen oder anderen Transportmitteln. Wegen dieser Räder und ihres besonderen Gebrauchs hat der Jaguar in unserem technischen Museum eine weitreichende, eben technische Bedeutung. Transporte übernahmen im vorspanischen Mexiko Lastenträger, Tamemes genannt, die weite Strecken im Eiltempo zu Fuß, die Last auf dem Rücken, zurücklegen konnten.

Die Originale dieser Nachbildungen finden Sie im Anthropologischen Museum  von Xalapa, das Sie unbedingt einmal besuchen sollten: Auf einem 60.000 m2 großen Gelände, das die Ejidatarios des Molino de San Roque 1962 dem Staat für den Bau ihres Regionalmuseums geschenkt haben, steht seit 1986 eines der modernsten Museen Mexikos, das vom Büro Edward Durell & Stone aus New York entworfen und seither mehrfach preisgekrönt wurde. Über die vom Nationalen Anthropologischen Institut selbst ausgegrabenen Fundstücke aus der Region hinaus sind dort auch die bedeutenden Sammlungen von Kurt Stavenhagen und Fernando Benítez ausgestellt.

Die Galerien mit ihren 9.000 m2 Ausstellungsfläche, auf denen 2.500 Objekte aus vorspanischer Zeit, darunter die berühmten originalen Kolossalskulpturen der Olmeken gezeigt werden, liegen an einem Hang und werden über eine riesige Freitreppe erschlossen. Das Museum mit seinen Ausstellungsräumen, überdachten Innenhöfen und Freiflächen ist einfühlsam in diese wunderbare, zerklüftete subtropische Landschaft eingepasst und von Gärten mit einer üppigen, immer grünen und blütenreichen Vegetation umgeben. Wenn Sie jetzt Lust bekommen, können Sie das Museum virtuell unter > www.uv.mx/max/ < anschauen. In der "Sala 3" ist das Original unseres Museumsjaguars zu sehen, außerdem gibt es da das Modell einer kleinen Schaukel mit zwei Indianerkindern drauf und vieles andere mehr.

Dirk Bühler
 
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