| 2008 "Lake Tahoe", ein Film von Fernando Eimbke |
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"Lake Tahoe", ein Film von Fernando Eimbke Fernando Eimbke erzählt von der Odyssee eines jungen Mannes, der nach dem Tod seines Vaters in dessen Auto einen Unfall verursacht. Synopsis: Juan (Diego Cataño) hat im Wagen seiner Eltern einen Unfall verursacht. In der Agonie eines mexikanischen Sommertages begibt er sich auf die Suche nach einem Ersatzteil, um das Auto wieder flott zu bekommen. Dabei begegnet er dem paranoiden Automechaniker Don Heber und seiner Hündin Sica, der jungen Mutter Lucía und dem Martial-Arts-Hooligan David. Sie alle helfen ihm dabei, dem Tod seines Vaters ins Auge sehen zu können. Kritik: Das Provinzstädtchen Puerto Progreso auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán – Schauplatz von Fernando Eimbckes "Lake Tahoe" (der nicht etwa am gleichnamigen See in Kalifornien spielt) – ist ein trister, die meiste Zeit des Jahres wie ausgestorben wirkender Industriehafen ohne Horizont. Hier, mitten im flachen Nirgendwo auf einer Industriebrache, die von der schnell wachsenden Vegetation bald überwuchert zu sein scheint, prallt Juans roter Nissan gegen den einzigen Lichtmasten weit und breit. Für den 16-Jährigen weitet sich die Suche nach einem Ersatzteil zu einer Odyssee aus, die den ganzen Tag über andauern wird und die uns, den Zuschauern, Bild für Bild allmählich begreiflich macht, dass es für Juan dabei um weitaus mehr geht, als das Auto seines Vaters wieder fahrtüchtig zu bekommen. Alfred Bauer Preis: In stoischer Ruhe, gefilmt mit einer puristischen, statischen Kamera, die dem Protagonisten und den Personen, denen er im Verlauf eines einziges Tages begegnet, nie zu nahe rückt, entfaltet sich Eimbckes an Robert Bresson und Vittorio de Sica erinnernde Erzählung. Eimbckes und seine Co-Autorin Paula Markovitch – beide früh mit dem plötzlichen Tod eines Elternteils konfrontiert (Eimbcke verursachte sogar wie seine Hauptfigur nach dem Tod seines Vaters einen Autounfall) – gehen dabei der Frage nach, wie sich unser Leben durch den plötzlichen Tod eines nahen Angehörigen verändert, obwohl doch alles genauso zu sein scheint wie zuvor: jede Handlung wird zu einem existentiellen Akt, absurd und menschlich zugleich – wie auch Juans im Verlauf des Tages gemachte Begegnungen trotz der scheinbaren Langweile und Gleichgültigkeit plötzlich voller Emotionen stecken. Eimbckes Meditation über den Tod ist durchdacht und ernsthaft, dabei leicht und voller Lebensfreude und Energie. Absurde Momente des Wartens und des Zeittodschlagens – die mit sekundenlangem Schwarzfilm unterstrichen werden - wechseln mit abrupten Energieausbrüchen. Jedes Bild ist perfekt komponiert, der genau choreographierten Körperlichkeit seiner Amateurschauspieler (die dem "Modell"-Schauspieler bei Bresson entsprechen) und dem Einsatz von Musik, Geräuschen und Sprache kommt darin eine Schlüsselrolle zu. Diese dem klassischen Drama entgegen gesetzte Meditation entlädt sich schließlich in einem einzigen, magischen intimen Moment, der verdeutlicht, wie künstlerisch innovativ und dabei zeitlos schön das mexikanische Kino von heute ist. Dieser Film wurde am 15.02.2008 auf der Berlinale mit dem Internationalen Kritikerpreis ausgezeichnet! Martin Rosefeldt auf Arte tv |


Fernando Eimbke erzählt von der Odyssee eines jungen Mannes, der nach dem Tod seines Vaters in dessen Auto einen Unfall verursacht. 