| 2007 Buch: Los Nazis en México |
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Los Nazis en México von Juan Alberto CedilloD. R. (c) 2007 Random House Mondadori, Mexico, D.F.ISBN 978-970-780-980-2, Paperback 156 Seiten Das amerikanische Nationalarchiv hat 1985 begonnen, viele tausend Geheimdokumente mit Berichten über die Aktivitäten der Nazis in Mexiko freizugeben. Es handelt sich um Berichte von amerikanischen Geheimdiensten an das State Department. Auf Basis dieser Information berichtet der Autor über die Pläne und Aktivitäten der deutschen Abwehr, um die Belieferung mit mexikanischem Erdöl und kriegswichtigen strategischen Rohstoffen wie Quecksilber, Mangan, Wolfram für die Waffenproduktion sicher zu stellen. Bereits nach der Enteignung und Nationalisierung der Erdölindustrie im Jahr 1938 war Deutschland zum größten Abnehmer mexikanischen Erdöls aufgerückt. Vor diesem Hintergrund wird verständlich, warum die Nazis alles daran setzten, die Unterstützung der mexikanischen Politik zu gewinnen. Das Umfeld war günstig. Der Faschismus der Achsenmächte genoss eine breite Sympathie im Land. Die Ressentiments gegen die Angloamerikaner und die militärischen Erfolge der Wehrmacht bis 1942 verstärkten diese Tendenz. Hier setzte der deutsche Geheimdienst an: Er finanzierte wichtige Zeitungen und Radiosender um die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Wenig bekannt ist die Rolle der Filmschauspielerin Hilda Krüger, die vom Geheimdienst in höchste politische Kreise geschleust wurde. Es ist belegt, dass sie amouröse Beziehungen zu Kabinettsmitgliedern und sogar dem späteren Präsidenten unterhielt um zu erreichen, dass die politische Deckung für den verbotenen Bezug von strategischen Rohstoffen aufrechterhalten blieb. Der Autor berichtet, dass die deutsche Gesandtschaft mexikanische faschistische Organisationen wie die Camisas Doradas sowie die mächtige Bewegung der Sinarquistas finanziert hat, ebenso die deutsche Auslandsorganisation der NSDAP und die Geheimdienstaktivitäten deutscher Agenten. Diese Aktivitäten wurden eng vom amerikanischen Geheimdienst beschattet. Kaum bekannt ist auch die Rolle der mexikanischen Kommunisten, darunter Diego Rivera nach Abschluss des Molotov-Ribbentrop-Pakts 1939, die mit dem deutschen Geheimdienst kooperiert haben. Das Buch hat ein umfangreiches Quellen- und Literaturverzeichnis. Die Lektüre ist ausgesprochen spannend, der am Thema interessierte Leser kommt aus dem Staunen nicht heraus. Zu beurteilen, wie sorgfältig der Autor die Quellen recherchiert hat und wie belastbar das Geheimdienstmaterial aus den USA ist, bleibt Historikern überlassen. Eine wissenschaftliche Auswertung des Materials aus deutscher Sicht bietet sich förmlich an. gp |


