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Ausstellung Maya und Teotihuacan in Bonn


Seit 11. Oktober 2011 bis zum 29. Februar 2012 ist die Ausstellung "Die Maya und Teotihuacan - Faszination Keramik" in der Bonner Altamerika-Sammlung zu besichtigen. Schwerpunkte der kleinen Präsentation sind Keramik und Skulpturen aus Mesoamerika. Mitveranstalter ist die Köhler-Osbahr-Stiftung.

Universität Bonn, Abteilung für Altamerikanistik, Oxfordstr. 15, 53111 Bonn  Öffnungszeiten Di, Mi, Fr 12-18 Uhr, So 12-16 Uhr

Hier Link zum Flyer-1 der Maya-Ausstellung in Bonn

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Maya-Ausstellung Bonn

Maya-Ausstellung Bonn


Fotos: Dr. Hans Riemann, Ausstellungsobjekte aus die „Die Maya und Teotihuacan“


Das Kulturareal Mesoamerika erstreckt sich vom Norden Mexikos bis zur Pazifikküste Nicaraguas. Es umfasst mit dem Hochland der Sierra Madre, den Küstengebieten und Regenwäldern im Süden sowohl gemäßigte als auch tropische Klimazonen. Dieses Gebiet ist die Heimat einiger der bedeutendsten Kulturen des präkolumbischen Amerikas: Olmeken, Zapoteken, Teotihuacan, Maya, Mixteken, Totonaken und Azteken.

In der mittleren Präklassik (ca. 1000 -350 v.u.Z.) prägten die Olmeken an der mexikanischen Golfküste eine Kultur, die sich bald über weite Teile Mesoamerikas ausbreiten sollte und damit die Grundlage für einen integrierten kulturellen Raum schuf. Zentrale Merkmale dieses mesoamerikanischen Kulturraums sind der Maisanbau, eine charakteristische Monumentalarchitektur mit Pyramiden und Tempelanlagen, Gemeinsamkeiten in Religion und Kosmologie sowie die Ausübung des Ballspiels. Besonders zu erwähnen sind die Entwicklung von Schrift und eines einheitlichen Kalendersystems mit integriertem Ritualzyklus, welches auf einem Zahlsystem mit der Basis 20 (Vigesimalsystem) basiert.

Die kulturelle Einheit Mesoamerikas spiegelt sich auch in den verschiedenen indigenen Sprachen wider, die sich  über die Jahrhunderte gegenseitig in Wortschatz und Grammatik beeinflusst haben.

Die Maya

Im südlichen Mexiko, Guatemala, Belize sowie im westlichen El Salvador und Honduras bildete sich ab der mittleren Präklassik ein Kulturhorizont heraus, den wir mit mayasprachigen Gruppen in Verbindung bringen können. In der späten Präklassik (ca. 350 v.u.Z. – 250 u.Z.) entstanden große Stadtzentren mit monumentaler Architektur.

Als Blütezeit der Mayakultur gilt die klassische Periode (250-800 u.Z.). Das Tiefland war nun durch eine Vielzahl kleiner Stadtstaaten geprägt, die von königlichen Dynastien regiert wurden. Diese gingen politische Allianzen ein, führten aber auch Kriege gegeneinander. Während dieser Zeit errichtete man auch die für die Architektur der vorspanischen Maya so charakteristischen Pyramiden-, Tempel- und Palastbauten. Die Maya entwickelten zudem ein komplexes Hieroglyphenschriftsystem, das heute zu einem großen Teil entschlüsselt ist und uns über tausende von Texten auf Steinmonumenten, Keramiken und anderen Schriftträgern einen Einblick in Geschichte und Gedankenwelt dieser Kultur erlaubt. Der für die Maya so typische elaborierte Kunststil erlebte während der Klassik seine höchste Blüte. Hiervon zeugen u.a. zahlreiche Steinmonumente, Wandmalereien und Schmuckgegenstände aus Jade, Muscheln und Knochen, besonders jedoch die exquisiten Malereien und Kalligraphien auf polychromen Keramikgefäßen. Mit dem 9. Jh. fand diese kulturelle Blüte jedoch ein jähes Ende: Das dynastische System brach zusammen, die Bautätigkeit und Errichtung von Monumenten hörten auf und die Städte im Tiefland wurden verlassen. Die Gründe für diesen "Maya-Kollaps" sind vielfältig, haben aber vermutlich ihren Auslöser in einer lang anhaltenden Dürre, die zu Hunger und sozialem Umsturz führte.

Teotihuacan

Im klimatisch trockenen nordöstlichen Teil des Beckens von Mexiko entsteht im 2. Jh. v.u.Z. eine Siedlung, die zur größten Metropole des präkolumbischen Mesoamerikas heranwachsen und den Kulturraum nachhaltig beeinflussen sollte. Teotihuacan "Ort, an dem die Götter geschaffen wurden" nannten die Azteken die imposante Stätte, die in postklassischer Zeit längst nicht mehr bewohnt war, sondern Pilgern aus ganz Mesoamerika als Wallfahrtsort diente.

Das Stadtzentrum von Teotihuacan richtet sich an der zwei Kilometer langen "Straße der Toten" aus, auf deren östlicher Seite die Sonnenpyramide errichtet wurde. Die Sonnenpyramide ist eines der größten Bauwerke des alten Mesoamerikas und zählt mit zu den größten Pyramiden der Welt. Am nördlichen Ende der Prachtstraße erhebt sich die Mondpyramide und am südlichen Ende findet sich der Komplex der ciudadela mit dem zentralen "Tempel der gefiederten Schlange". Zahlreiche Wandmalereien in den Palastanlagen des Stadtzentrums zeugen von der einstigen Pracht Teotihuacans.

Zu seiner Blütezeit soll Teotihuacan über 150.000 Einwohner gehabt und ein weites Einflussgebiet kontrolliert haben. Teotihuacan war eine internationale Stadt, in der Menschen aus allen Teilen Mesoamerikas lebten. Die Eliten Teotihuacans unterhielten vielfältige politische Beziehungen in andere Regionen Mesoamerikas, was sich dort auch in einem starken Einfluss in Architektur und Kunst zeigt. Die sprachliche und ethnische Zugehörigkeit dieser Teotihuacan-Eliten selbst bleibt jedoch bis heute umstritten. Ungeklärt sind nach wie vor auch die genauen Ursachen für Teotihuacans Niedergang im 7. Jh. u.Z.; allerdings scheinen auch hier Dürreperioden und sozialer Aufruhr eine Rolle gespielt zu haben.

Zapoteken und Mixteken

Das Tal von Oaxaca wurde in vorspanischer Zeit im wesentlichen von zwei Kulturen dominiert: Zapoteken und Mixteken. Im präklassischen Oaxaca zeugen die archäologische Funde von einer Einbindung in den olmekischen Kulturhorizont. Die Entwicklung der zapotekischen Kultur ist eng an die ihres Zentrums Monte Alban geknüpft, das in der Präklassik gegründet wurde und seine Blütezeit zwischen 300-900 u.Z. hatte. Berühmt ist Monte Alban vor allem für die Reliefdarstellungen gefolteter Kriegsgefangener (die sogenannten danzantes) aus präklassischer Zeit. Die Zapoteken verwendeten ein eigenes Schriftsystem, errichteten Stelen und monumentale Gebäude und zeichnen sich durch einen besonderen Kunststil aus, der sich in Grabmalerei und meisterhaft gestalteten Keramikurnen widerspiegelt.

Im 12. Jh. u.Z. verloren die Zapoteken ihre Vormachtstellung in Oaxaca und die ehemals zapotekischen Zentren Monte Alban und Mitla wurden nun von Mixteken kontrolliert. Die Mixteken sind vorallem berühmt für ihr Kunsthandwerk. Hier sind insbesondere die Goldschmiedekunst, Artefakte mit Türkiseinlagen und die polychrome Keramik im Mixteca-Puebla Stil zu nennen. Die Geschichte der Mixteken lässt sich anhand einer ganzen Reihe von Bilderhandschriften rekonstruieren.


Quelle: Universität Bonn, Abteilung für Altamerikanistik, Bonn  

 
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