„NOTICIAS“ Ausgabe Dezember 2009MARIACHI-MESSE ERFURT
KULTURTOUR NACH ERFURT am 22./23. August 2009 MARIACHI- MESSE in der Severikirche als Höhepunkt des Programms
Die DMG konnte ihre Veranstaltungsreihe in Form von Kulturreisen an Wochenenden in eine deutsche Stadt mit dem Besuch in Erfurt Ende August erfolgreich fortsetzen. Dreißig Besucher hatten sich für das Kulturwochenende in Thüringens Hauptstadt angemeldet.
Eine qualifizierte Stadtführerin konnte die Teilnehmer von dem Reichtum einer Bausubstanz überzeugen, die durch die Jahrhunderte hindurch bis ins Mittelalter zurückverfolgt werden kann. Die Innenstadt begeisterte mit ihrer urbanen Schönheit, die auch heute noch den Reichtum einer Handelsstadt erspüren lässt, die einstmals an der Kreuzung der ehemaligen Königsstraße Via Regia, von Flandern über die Thüringer Städtekette, Leipzig, Görlitz bis nach Russland hinein und der Nord-Süd-Achse von der Ostsee nach den Alpen lag.
Das Treffen der Teilnehmer im Palais Wachsberg und das gemeinsame Abendessen im historischen Restaurant „Zum Alten Schwan“ waren der Auftakt für die Höhepunkte der beide Erfurter Tage, eine Aufführung der Carmina Burana von Carl Orff im Rahmen der Domstufen-Festspiele am Samstagabend und die Mariachi-Messe im Rahmen einer katholischen Messe in der Severikirche neben dem Dom am Sonntagmorgen.
Bei klarem Abendhimmel mit kühler Temperatur inszenierte das Erfurter Theater ein eindrucksvolles Spektakel mit bunten Kulissen auf den Domstufen vor dem gewaltigen Hintergrund des Domes und der Severikirche. Schade war nur, dass der Ausdruckscharakter der Lieder aus Benediktbeuren, so wie Carl Orff es wollte, unter den Mängeln einer Freilichtbühne litt. Der auftrumpfenden Derbheit, dem aufbegehrenden Übermut und der Gewalt des Schicksalschores konnte das Orchester mit der geforderten musikalischen Ausdruckskraft nicht folgen. Die Besetzung litt unter dem Mangel an Blechbläsern und Schlaginstrumenten. Das änderte nichts daran, dass durch das mittelalterliche Latein der Vagantenlieder die Auffassung durchkam, dass das Leben des Menschen dem Auf und Ab des Glücksrades unterworfen ist und dass Natur, Liebe, Schönheit, Wein und Überschwang dem ewigen Gesetz des Wechsels anheim gegeben bleiben.
Der Höhepunkt des Erfurter Besuchs war die Mariachi- Messe, die von der Deutsch-Mexikanischen Gesellschaft organisiert wurde, zum dreizehnten Mal in einer deutschen Stadt seit 1995. Die Messe fiel mit dem Gemeindefest der Severi-Gemeinde zusammen. An diesem Sonntagmorgen füllte sich die Kirche bis auf den letzten Platz. Den etwa eintausend Besuchern wurde von der authentischen Mariachi-Gruppe Sol Azteca in erstklassiger musikalischer Qualität in einem unvergesslichen historischen Rahmen ein Ausschnitt mexikanischer Kultur nahe gebracht. Eindrucksvoll waren der Einzug und der Auszug der Mariachis mit Priestern und Ministranten. Pfarrer Christian Gellrich hat es verstanden, die Liturgie der Messe mit der sakralen Instrumental- und Gesangsmusik der Mariachis zu verbinden und zu einer gottesdienstlichen Einheit zusammenzuführen. Auch seine einführenden Worte fügten sich verständnisvoll in das Ganze ein. Die Vizepräsidentin der DMG, Eva Montano, gab in ihren Begrüßungsworten eine Einführung in die kirchliche Bedeutung der Mariachi-Musik und in die Arbeit der DMG.
Nach dem Gottesdienst trafen sich die Kirchengemeinde und ihre Gäste im Garten neben der Kirche. Dort wurden bei strahlendem Sonnenschein mexikanische Speisen und Getränke gereicht, die in großer Menge abgesetzt werden konnten. Die musikalische Untermalung, jetzt mit fröhlicher mexikanischer Musik der Mariachis, förderte den Appetit. Weitere Bilder dazu finden Sie in der Sektion Fotogalerie .
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