| Dorfschulprojekt bei den Amuzgos II |
Das Dorfschulprojekt bei den Amuzgos. Unser ehemaliger Präsident Dr. Germán Paul hat im neuen geschäftsführenden Vorstand unserer Gesellschaft die Aufgabe übernommen, die Verbindung zum Dachverband deutschsprachiger Organisationen in Mexiko (D.A.CH.) und zu den Trägern und Freunden der Sozialprojekte, die die DMG in Mexiko fördert, zu verstärken bzw. aufzubauen und sich von der Verwendung der eingesammelten Spendengelder im Sinne der Spender vor Ort zu überzeugen. Hier sein erster Bericht über das Dorfschulprojekt bei den Amuzgos: Im November/Dezember 2007 hatten meine Frau und ich Gelegenheit drei von der DMG geförderte Sozialprojekte zu besuchen. Die erste Reise führte uns zum zweiten Mal in das Land der Amuzgos. Hier trafen wir Annemarie und Wolfgang Lampe, die Projektträger mit ihrem Sohn Peter und die weiteren Teilnehmer und Helfer. Fünf Dorfschulen standen auf dem Plan. Zwei Vans waren voll beladen mit Schulmaterial, das verteilt werden sollte. Der Bedarf war vorher mit den Schulen genau abgestimmt worden. Von Ometepec aus ging es nordöstlich in das Amuzgo-Städtchen Xochistlahuaca. Auf den Pässen ist der Blick frei über die Sierra Madre del Sur. In dieser wunderschönen und einsamen Landschaft tauchen dann unvermittelt die kleinen Amuzgo-Dörfer auf. Die Dörfer verfügen durchweg über staatliche Grundschulen (primaria), zum Teil gibt es auch weiterführende Mittelstufen (secundaria). Das letzte Dorf, das wir hoch in den Bergen besuchten hatte nur noch eine Zwergschule mit acht Schülern! Die Lehrerinnen und Lehrer, alle jung, machten einen sehr engagierten Eindruck. Das Schulmaterial bestand dieses Mal aus Plastikstühlen und - tischen für die Vorschulklassen, Heften, Schreibmaterial, Malutensilien sowie Bälle und Netze zum Volleyballspiel im Sportunterricht. In Gesprächen mit den Lehrern stellten wir fest, wie wichtig es für Unterricht und Didaktik ist, wenn z.B. große Malblöcke, Papierbögen, Klebpapier und bunte Stifte zur Verfügung stehen und die Schüler eigene Arbeiten in Posterform an Tafeln oder Wänden befestigen und vor den Mitschülern erklären können. Begleitet wurden wir vom Inspektor der primaria-Schulen in der Amuzgo-Region, Prof. Bartolomé López, selber ein Amuzgo, und von der bekannten Weberin Florentina aus Xochistlahuaca (sie gehört zu den "Grandes Maestros del Arte Popular Mexicano"). Ihre Anwesenheit halfen wieder, Türen und Herzen weit zu öffnen. Die Schulbücher sind zweisprachig, in Amuzgo und Spanisch, das als Fremdsprache gelehrt wird. Die Amuzgos bilden eine eigenständige Volksgruppe von etwa 40.000 indígenas. Es handelt sich um ein selbstbewusstes Volk. Wir hatten den Eindruck, dass den Amuzgos die Integration in die mexikanische Nation ohne Aufgabe der eigenen Identität und Traditionen gelingt. Die meisten Kinder schließen die primaria ab, viele absolvieren auch die secundaria im eigenen Dorf oder in so genannten telesecundarias, das sind Fernschulen in eigenen dafür eingerichteten Klassenräumen. Was geschieht dann? Die meisten bleiben in ihrer Dorfgemeinschaft. Es gibt wenig qualifizierte Arbeit in der Region. Viele wandern ab in Städte, meist in das Touristenzentrum Acapulco. Etliche emigrieren in die USA. Das Dorfschulprojekt von Herrn und Frau Lampe ist mustergültig: Es unterstützt die großen Bemühungen der Regionalverwaltung, die Schulbildung bei den Amuzgos zu verbessern, um den Kindern im Erwachsenenleben eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Den laufenden Bedarf an Schulmaterial können die Eltern der Kinder nicht bezahlen. Das von den Lampes auch mit Spenden der DMG beschaffte, zwei Mal im Jahr in die Dorfschulen gebrachte Material wird dringend benötigt. Gleichzeitig bringt es Freude ins Klassenzimmer und motiviert die Lehrer bei ihrer Arbeit. Das zeigte sich in jeder Schule die wir besuchten. Wir haben großen Respekt vor der unermüdlichen Arbeit die Annemarie und Wolfgang Lampe für die Amuzgo-Schulkinder leisten. Ihnen gebührt ganz große Anerkennung. Ich kann den Mitgliedern und Freunden der DMG dieses Projekt wärmstens empfehlen. Tun Sie was Gutes… Ihre Spende "kommt an"! 6. Januar 2008 |