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Codex Dresdensis: Ende der Welt am 21. Dezember 2012 ?  


Die Groß Flut, (c) Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek DresdenFür die Anhänger von Weltuntergangsszenarien ist der 21. Dezember 2012 ein entscheidender Tag. Zu diesem Zeitpunkt endet der Kalender der zentralamerikanischen Maya, damit stehe auch das Ende der Welt bevor.

Als Grundlage für diese pessimistischen Vorhersagen wird der Codex Dresdensis herangezogen, von dem man vermutet, dass er um 1250 im nördlichen Yucatán entstanden ist.  Diese aus 39 Blättern aus Bastfasern des Feigenbaums bestehende Handschrift gelangte 1739 in den Besitz der Kurfürstlichen Bibliothek zu Dresden. Sie enthält in ihren etwa 750 Zeichen der Mayaschrift neben Anweisungen zur Landwirtschaft, Jagd und Götterverehrung einen Weissagungskalender mit genauen Angaben zu Mond-, Sonnen- und Marsphasen. Auf einem der Bilder mit rätselhaften Tier- und Göttergestalten ergießen sich sintflutartig Wasserfluten auf die Erde.

Der Codex, der bis heute noch nicht vollständig entziffert werden konnte, wird in der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden öffentlich ausgestellt. Die beiden weiteren erhaltenen Mayahandschriften weltweit werden in Paris und Madrid aufbewahrt, sie sind aber nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.

Ende des zweiten Weltkrieges wurde der Codex Dresdensis durch Feuchtigkeit beschädigt, er ist mit einem über 150 Jahre alten Glas verklebt und muss daher vor jeder Erschütterung geschützt werden. Er steht unter ständiger Beobachtung der Restauratoren. Zusätzlich zu den 1880, 1962 und 1975 herausgegebenen Faksimiles der Handschrift wurde diese  im Jahr 2009 hochauflösend digitalisiert und über das Internet allen Interessenten weltweit zugänglich gemacht.

Kürzlich hat auch das Archäologische Institut Mexikos bestätigt, dass eine weitere Inschrift der Maya auf einem Ziegelstein aus den Ruinen von Comalcalco existiert, die als Hinweis auf einen möglichen Weltuntergang im Jahr 2012 verstanden werden könnte. Gleichzeitig wiesen die Forscher allerdings darauf hin, dass hierbei die kosmologische Sicht der Maya fehlinterpretiert werde.

Während Weltuntergangspropheten in Internet-Blogs für den 21. Dezember des kommenden Jahres Überlebensstrategien wie Bunkerbau, schusssichere Westen und Lebensmittelvorräte – auch für unvorhergesehen Gäste – empfehlen, plant der Bibliotheksdirektor in Dresden an diesem Tag eine Survival-Party.

Umfangreiche Informationen der Sächsischen Landesbibliothek zum Codex Dresdensis einschließlich einer kompletten digitalen Wiedergabe der Handschrift und einem Kurzfilmbeitrag finden Sie unter

Link zur sächsischen Landesbibliothek ( neues Fenster)

Link zum Informationsflyer (PDF-Datei, neues Fenster)

Link zum Kurzfilmbeitrag zum „Weltuntergang“ (neues Fenster)

Quellen: Welt-Online, Die Welt vom 26.11.2011, Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden

Bild: „Die große Flut“ Copyright: Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden

 
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